Legends of Irathar

Mysterien und Legenden von Irathar
 
StartseiteStartseite  FAQFAQ  SuchenSuchen  MitgliederMitglieder  NutzergruppenNutzergruppen  AnmeldenAnmelden  LoginLogin  

Teilen | 
 

 1.Kapitel - Die weiße Stadt

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Bestie von Argh
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 786
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Mi 25 März 2015 - 12:53

Talev ritt die lange befestigte Straße zur weißen Stadt entlang.
Es war eine elegante Straße, welche an ihren Rändern mit Mosaik verziert und in ihrer Mitte mit dunklem Granit der Zwerge gebaut worden war.
Es war ein sonniger Tag und nur wenige Wolken zogen am Himmel dahin und am Horizont konnte man bereits die weiße Stadt sehen. Weiße Mauern mit Gold verziert und mit Runen der alten Runenmeister der Zwerge gegen jegliche Angriffe gehärtet.
Am deutlichsten konnte man die riesige Statue der Heroldin der Iomadae erkennen, ein Mahnmal gegen alle die Finsteres planen und planten.
Sie war eine lebende Legende und Talev war von seinem Vater zu dieser Stadt gesandt worden um ein Buch und einen Brief am Tempel zu übergeben.
Sein Pferd eilte die Straße rasch entlang und folgte ohne Bedarf von Talevs Aufmerksamkeit dem Weg. So konnte Talev in aller Ruhe noch durch sein kleines Notizbuch gehen, welches er stets in der Brusttasche seiner den Magiern ähnelnden Robe aufbewahrte.
Je näher er der Stadt kam, umso größer wurde die Zahl der Leute, welche sich auf dem Weg sammelten und zur Stadt pilgerten. "Was ist hier denn heute los, mein Herr?", fragte Talev freundlich einen Elfen der mit einem Karren mehrere Leute zur Stadt transportierte. "Heute ist eine Ansprache der Heroldin Aliya! Jeder will dort sein. Ihr hättet doch auch eine Nachricht bekommen müssen, oder seid ihr nicht von hier?", antwortete der Elf. Talev zögerte kurz: "Nein, ich komme aus dem Süden! Ich bin in der Stadt des alten Bündnisses aufgewachsen!". "Oh, sie einer an! Da kommt ihr von so weit her! Ihr habt meinen Respekt junger Mann! Das euch die Hobgoblins einfach so passieren gelassen haben..." "Ich bin nahe Narwesa nach einer Dreitagesreise auf einem Schiff an Land gegangen. Jetzt weiß ich zumindest warum das auch so beladen war.", gab Talev zur Antwort und verabschiedete sich höflich.
Ein großer Bäckerswagen eines Zwerges verkaufte warme Brötchen mit und ohne Belag an die Reisenden und machte ein gutes Geschäft. Er gehörte zur Starkbier-Fressalien Arbeitsgemeinschaft, welche seit über vierhundert Jahren in ganz Thamor über die Grenzen hinaus vertreten ist und in den letzten Jahren auch im Ackerbau heftig investiert hatte.
Selbst in Angar, einer Hafenstadt des alten Bündnisses wurden bereits zwei Bäckereien und eine Brauerei dieser Gemeinschaft errichtet, welche strikt von Waldgoblins und Zwergen betrieben wurden.
Mit dem gesamten Gedränge brauchte Talev noch zwei weitere Stunden bis er das große Stadttor passierte und der Anblick dieser von allerlei Völkern gebauten Stadt raubte ihm den Atem.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Godrik
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 768
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Mi 25 März 2015 - 15:20

Trotz des dichten Gedränges vor und hinter dem Stadttor der Weißen Stadt, konnte man laut und deutlich die Stimmen der Marktschreier hören, die an diesem Tag das Geschäft des Jahres machten. Am deutlichsten war die Stimme eines stämmigen Zwerges herauszuhören, der wie der Zwerg mit dem Bäckerwagen Waren der Starkbier-Zunft verkaufte. Talev hoch zu Ross blieb dem Zwerg selbstverständlich nicht verborgen.
"Auch ein Schlückchen der Herr? Reisende sind doch immer durstig! Wie wärs mit einem Humpen Starkbier aus eigener Fertigung? Nur heute zum Superspezialsonderpreis!", rief der Zwerg dem jungen Mann zu und winkte ihm mit einem großen Humpen aus Holz zu. "Für einen Taler mehr bekommt Ihr auch noch ein wohlschmeckendes Speckbrötchen dazu!", versuchte der Zwerg den Menschen zum Kauf zu überreden. Viele andere Reisende waren schon beim Wort "Starkbier" zum Kauf überzeugt worden. Daher gab es einen regelrechten Ansturm auf den Wagen des Zwerges. "Na ich sehe schon die trockenen Kehlen wollen erfrischt werden! Biriburz! Shlugurz! Es gibt Kundschaft!", rief der Zwerg in die Richtung des großen Bierfasses, das auf dem Wagen montiert war. "Geht klar, Chef! Niemand muss durstig nach Hause gehen!", konnte man zwei piepsende Goblinstimmen hören, als zwei Waldgoblins an den Zapfhahn hüpften. Während Biriburz das Bier zapfte und austeilte, reichte Shlugurz eifrig Humpen nach, während der Zwerg eifrig das Geld kassierte.
Nicht weit vom Wagen des Zwerges versuchte ein Elf den Reisenden seine zahlreichen Flaschen Elfischen Likörs zu verkaufen. "Oh edle Wandersleut von Nah und Fern, probieret dies Wässerchen, ich gieß euch ein gern!", versuchte der Elf die grobschlächtigen Rufe des Zwerges zu überbieten. Zu seinen Versen spielte der Elf auf einer Leier, um die Aufmerksamkeit des eintrudelnden Volkes für sich zu haben.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://legendsofirathar.forumieren.com
Bestie von Argh
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 786
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Sa 28 März 2015 - 19:43

Eyna verdrehte die Augen bei dem ganzen Trubel auf den Straßen. Wäre sie nicht teil der Leibgarde eines Botschafters aus dem Zentrum von Tian hätte mit Garantie diese Reise nicht auf sich genommen, aber so war es nun mal als Leibgardist im Dienste des Kaisers von Tian. Nichts änderte sich in Tian und jegliche Kriege verschoben die Grenzen nur um wenige Kilometer, während hier in Thamor so richtig die Fetzen flogen, so oft hatte sich die Weltkarte hier schon geändert.
Nach über fünf Stunden auf dem Pferd taten ihr die Beine weh und die gehärtete Lamellenrüstung aus Leder begann ebenfalls zu stinken.
Sie war bereit mit jedem anderen hier zu tauschen. Selbst mit dem Viehhirten der den wilden Trubel auf der Straße beobachtet hatte, denn dann wüsste man zumindest, dass man es mit Scheiße zu tun hätte im Voraus.
Die großen Menschenmassen machten es ihr ungeheuerlich schwer alles sicher zu halten, obwohl ganze sechzehn Leibwächter, sie eingeschlossen, den Botschafter und seinen Wagen bewachten.
In Gedanken stellte sie sich vor, wie sie den Botschafter aus seinem mit Seidenkissen gepolsterten Wagen heraus zog und quer über ihr Pferd schlug um dann selbst die super weichen Kissen zu genießen.
Sie passierten das Tor.
Hier erblickte Eyna auch Talev, welcher ihr unangenehm erschien und zwei junge Leibgardisten anwies auf ihn besonders acht zugeben. Es wurde ihr zu heiß unter ihrem Helm. Sie zog ihren Helm ab und viele Leute starrten sie sofort mit großen Augen an. Ihre schwarzen Haare, sanft gebräunte Haut und Mandelaugen waren hier unglaublich exotisch, doch über dies hinaus galt sie auch in Tian als überaus schön und doch schlechte Wahl für jeden Mann.
Eine Frau in der Leibgarde wurde schnell als Offiziersmatratze verschrien oder auch mal vergewaltigt. In ihrem Fall gab es keinen mehr Mann der sich an sie heranwagte, seit sie den Kopf eines Armeeoffiziers vor sein eigenes Heerlager gepflanzt hatte nachdem er sich an ihr vergehen wollte.
Der Kaiser selbst hatte sie danach zur Garde berufen um ein Exempel zu statuieren gegen die Vergewaltigung von Frauen im Dienste des Kaiserreichs.
Endlich wurden sie von einem Mann empfangen, der sie zum Eingang für die geladenen Gäste brachte. Es ging durch eine Seitenstraße abseits der Hauptstraße und als er sie weiter weg von geräumigen Straßen brachte, wollte Eyna ihre Stimme erheben, doch der Befehlshaber der anwesenden Leibwächter deutete ihr Still zu bleiben. Sie überlegte kurz und sprang dann von ihrem Pferd. Der Befehlshaber gab in diesem Moment ein Zeichen und hätte Eyna es nicht gekannt, hätte sie es mit dem Leben bezahlt.
Sie rollte sich ab und entging knapp zwei Schwerthieben, welche auf sie gerichtet waren. Es war ein gewohnter Reflex durch den sie ihr Tachi so rasch in die Hand bekam und ebenso ein Reflex mit dem sie nach zwei schnellen Schritten mit einem sauber geführten Schlag das Pferd des Befehlshabers enthauptete. Sie hätte ihn auch schon erwischt gehabt, wenn ihr nicht ein anderer Gardist dazwischen gesprungen wäre, doch es war reine Routine gegen diese Anfänger zu kämpfen. Ihre Finte ließ seine Flanke weit offen und eines ihrer beiden Wakizashi fand den Weg in diese Blöße. Ein Hieb ließ ihr Tachi zu Boden fallen, doch ihr Tanto fand den Weg in ihre Hand und durch die Kehle des Angreifers. Der Befehlshaber nutzte den Moment und schnappte sich ein anderes Pferd um das Weite zu suchen, doch ihr Pferd eilte zu ihr, sie sprang auf und zog ihren Kurzbogen hervor. Der Pfeil durchbohrte die Schulter des Befehlshabers und Eyna sprang von ihrem Pferd im vollen Galopp und nagelte ihn mit ihrem zweiten Wakizashi zu Boden.
Nur noch mit ihrem Tanto und Kurzbogen bewaffnet ritt sie zurück zum Wagen und riss die Türe auf. Der Botschafter war tot. Der Befehlshaber war der einzige der mit dem Botschafter reden durfte und offensichtlich war der Botschafter schon vor einer Weile gestorben. Die übrigen Gardisten begannen sie zu umzingeln, aber hielten ihren Abstand. Sie hielten ihre Kurzbögen in ihren Händen und ihre Pfeile bereit.
"Haltet ein ihr wahnsinnigen Mörder!", hörte man eine Stimme rufen und mehrere Paladine der Iomaede in ihren strahlenden Rüstungen kamen näher. Die Wächter der weißen Stadt und in der Lage böse Gedanken und bösen Willen zu sehen.
"Tötet die Mörderin!", brüllte der Befehlshaber, der sich trotz des Schwertes in seiner Brust aufgerichtet hatte.
Es ging alles sehr schnell. Kaum hatte er seine Worte gebrüllt, waren seine Männer tot. Heilige Pfeile spickten ihre Körper und heilige Langschwerter hatten den Rest vollendet. Eyna selbst sammelte ihre Waffen wieder ein, während der Befehlshaber abgeführt wurde.
"Was für ein beschissener Tag!", fluchte Eyna und war in Gedanken schon zum Tode verurteilt, weil sie als Leibgardistin des Kaisers versagt hatte: "Da kann ich gleich hier bleiben!". "Ruht euch erst einmal aus und lasst euch im großen Tempel im inneren Zirkel der Stadt behandeln!".
In dem Moment in dem sie in den inneren Zirkel trat, welcher sonst nur von Paladinen und ausgewähltem Personal betreten werden durfte, wurden auch wegen des Anlasses die anderen Gäste am Haupteingang eingelassen. Talev ritt an der Seite des Bäckerwagens mit und genoss eines der warmen duftenden Schinkenbrötchen mit einem Krug heißen Wassers, da er seinen Kopf freihalten musste.
Ein Raunen ging durch die Menge als sich das Tor auftat.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Godrik
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 768
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Sa 28 März 2015 - 20:23

"Möchte er sich Dichter nennen, sollte er das Versmaß kennen!", erwiderte der Zwerg und übertönte mit seiner Stimme mit Leichtigkeit die zierliche Laute des Elfen. Shluburz und Biriburz schenkten derweil eifrig weiter aus und machten ein Vermögen mit den tausenden Fremden, die aus der ganzen Welt angereist waren. Sobald das Starkbier in Umlauf kam, hob sich die Laune zahlreicher Reisende an - ebenso stieg sofort die Anzahl der Schlägereien und Streitigkeiten aufgrund des Alkoholkonsums.
Neben dem Bierwagen des Zwerges und seinen waldgoblinischen Co-Arbeitern, sowie dem Likörwagen des Elfen, waren noch einige Händler mehr anwesend. Manche Händler boten allerlei Kleidung an, die die Reisenden  vor Regen und Kälte schützen sollten. Andere hatten Schuhe im Angebot - besonders aber das Schuhreparaturangebot wurde von zahlreichen Besuchern in Kauf genommen. Daneben versuchten auch einige Glücksspielverkäufer ihre Lose unters Volk zu bringen. Sobald sie jedoch eine Patrouille der Wachmannschaft erblickten, packten sie ihre Sachen und suchten das Weite, bis die Luft wieder sicher war. Ebenso luden Wahrsager die vorbeiziehenden Massen zu einem Blick in die Zukunft ein. Jeder Wahrsager der erwischt wurde, hatte jedoch Strafe zu zahlen und den Platz zu verlassen.

Daneben gab es auch einen Wagen, der zu einer schon in die Jahre gekommenen Frau gehörte. Sie verkaufte allerlei merkwürdige Tinkturen und Mixturen, die angeblich gegen zahlreiche Beschwerden und Wehwehchen helfen sollten. Während viele den Wagen mieden, weil sie einer Hexe nicht vertrauen wollten, wurden andere erst Recht zum Kauf überzeugt, wenn die Hexe beteuerte alle Tränke seien nach dem Van Rothenbach'schen Reinheitsgebot hergestellt - garantiert ohne das Zerkochen von Kindern oder anderen Lebewesen.
Da die Menge sich allmählich weiter in die Stadt bewegte, zog der Zwerg an einem Hebel am Wagen, woraufhin sich der Wagen in Bewegung versetzte und im Schritttempo der Menschenmenge folgte. So konnte der Bierausschank ungestört fortgesetzt werden.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://legendsofirathar.forumieren.com
Bestie von Argh
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 786
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   So 29 März 2015 - 22:53

Hinter dem ersten Hügel vor der Stadt versuchte sich ein anderer kleiner Abenteuer zur Stadt zu begeben. Shilgaz Snugpack, ein Bastard aus Waldgoblin und Goblinblut, dessen Vater nach einer kurzen Nacht ihn gezeugt und anschließend wie verschluckt verschwand, ritt auf einem Hausschwein eher schlecht als recht dahin. An einem dünnen Seil mit Halsband lief eine kleine kleine Katze, welche mit verfilztem Haar und einigen kahlen Flecken auf dem Fell von jedem außer ihrem Besitzer gemieden wurde. "Fetzge! Komm hoch auf die Sau. Da kommen Fremde!", flüsterte Shilgaz und das Kätzchen sprang zu ihm hoch und verschwand im löchrigen Tuchbeutel, den der Goblin als Tragetasche mit sich führte. Shilgaz Kleidung war ein grauer von Flicken übersähter Überwurf, welchen er mit einem Stück von Mäusen angefressener Schnur als Gürtel zusammenhielt. Entsprechend stank er auch. Lediglich sein Hausschwein und Fetzge mochten seine Nähe und Zuneigung, denn trotz seines Aussehens hatte er ein goldenes Herz. Er half wo man ihn ließ und linderte Schmerzen, wo er nur konnte. Eine ledrige Gürteltasche beinhaltete zahlreiche selbst gefertigte Tinkturen und Salben, sowie Bandagen aus alten KLamotten um das nötigste zu behandeln. Ein Stück Strohmatte diente als Sattel und ein Strohhut schützte ihn vor der Sonne. Ein für ihn langes Messer steckte hinten zwischen den Schüren seines improvisierten Gürtels und ein weiterer Beutel beinhaltete Futter für ihn und seine Gefährten.
Die Straße war bereits leer und selbst in der weißen Stadt gingen im öffentlichen Teil nur noch die Paladine der Stadt ihre Runden.
Eyna hatte nach einer kurzen Befragung ihre Sachen wieder bekommen und wurde zum großen Vorhof des Tempels gebracht wo die Ansprache stattfinden sollte. Talev hatte sein Pferd am Tor abgegeben und drängelte sich durch die Reihen bis er in der dritten Reihe stehen blieb.

Draußen kamen die Fremden auf den Goblin und seine Getreuen zu. Sie eilten auf braunen Pferden die Straße entlang und trugen die Farben eines fernen Königreichs. Shilgaz tat sich schwer auf seinem Schwein zu bleiben als es erschrocken von der Straße sprang. Ein weiterer Sprung der Sau und er lag bäuchlings in einer Pfütze aus Dreckbrühe. Er blickte auf und schrie in breitestem Goblin: "Soll dich der Blitz beim Scheißen treffen! Rüpel!". Er richtete sich auf und versuchte seine Sau zu beruhigen: "Ganz ruhig Kleine! So hab ich dich ja noch nie erlebt! Da stinkt doch was zum Himmel!".
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Godrik
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 768
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Di 31 März 2015 - 0:37

Schließlich musste auch der Zwerg und seine Waldgoblinkollegen den Wagen anhalten, da im Tempelbezirk keine Karren erlaubt waren. Erst recht nicht am heutigen Tag. Die Starkbierzunft hatte aber schon vorgesorgt - man ließ sich schließlich nicht so leicht das Geschäft versauen. Der Zwerg schnallte sich zwei kleinere Fässer auf den Rücken, während die zwei Waldgoblins sich mit einigen Holzkrügen auf die Fässer setzten und allen zahlwilligen Kunden ein kühles Bier ausschanken. Mit dieser Montur spazierte der Bierverkäufer durch die Reihen des einfachen Volkes, das sich hier zur Ansprache versammelt hatte.
Der Hof fasste einige tausend Menschen, vor allem die Stadtbewohner versuchten aber einen Blick auf den Hof aus ihren Hausfenstern zu erhaschen, da der Hof sich mehr und mehr füllte. In der Mitte des Hofes befand sich eine große weiße Marmorstatue, die die heilige Heroldin in engelsgleicher Gestalt zeigte. Der Künstler hatte in Stein gemeißelt wie die Heroldin mit ihrem heiligen Schwert einen niederträchtigen Dämon zur Strecke bringt. Neben der Statue Aliyas im Zentrum, befanden sich weitere Statuen neben der großen Pforte, aus der die Heroldin zur Ansprache hervortreten würde. Einige mächtige Helden der vergangenen Jahrhunderte waren verewigt worden, darunter auch zwei Goblins und ein Zwerg. Auf dem Dach des großen Tempels thronte schließlich eine Statue der Iomedae, als Ausdruck dafür, dass die Göttin über die weiße Stadt wachte.

In der vordersten Reihe, durch die Stadtwache von der gewöhnlichen Bevölkerung getrennt, waren geladene Gäste, die teilweise aus fernen Landen hergereist waren. Neben einem Botschafter des Katzenvolkes befand sich unter den namhaften Gästen auch ein Botschafter der erst 500 Jahre jungen Magokratie Tara Qrijiram, der von zwei überraschend schlanken, stählernen Golems begleitet wurde.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://legendsofirathar.forumieren.com
Bestie von Argh
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 786
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Di 31 März 2015 - 13:34

Eyna wurde bei den eingeladenen Gästen platziert, wo sonst der Botschafter gesessen hätte. Durch die Sonne war der weiße Platz in grellem Licht getränkt und das goldene Schwert der Statue der Heroldin leuchtete wie ein Stern.
Der Bündnisrat kam nun aus der Pforte des weißen Palasts gelaufen auf dessen oberen Etage der Tempel stand.
Arina, die ehemalige oberste Seherin der Elfen, war im Rat die Vertretung für die Provinz Ieriviennal, der ehemalige Zwergenkönig vertrat Therum Moridar, Ilias Goldmann vertrat die Provinz der Grünlande, Orin Qundar vertrat die Provinz Feran, Sib Firen'Dar vertrat im Auftrag des Waldgoblin Häuptlings die Wälder von Narwesa und zuletzt Aliya Tessaro, die Heroldin der Iomaede und Wächterin der weißen Stadt.
Einige der anderen Gäste blickten Eyna herablassend an und rümpften die Nase. Ihre Region von Tian war wegen vergangener Machtspiele verhasst und nun da sie auf dem Sitz des Botschafters in vollen Waffen und Rüstung saß, bekräftigte dies nochmals diese Abneigung.
Es donnerte als drei schwere Streitrösser in den Hof kamen und ein Paladin beim versuch sie zu bremsen zu Boden geworfen wurde.
Die drei Gestalten trugen schwere mit Stacheln besetzte Plattenpanzer und ihre Helme trugen das Antlitz von Dämonen. Einer der Ritter schleuderte ein Paket über die Menge, welches dumpf aufklatschte. Es war der Kopf eines Menschen, dessen Haare abgeschoren und mit einem Messer Muster ins Fleisch geschnitten worden waren. In seinem Mund steckte ein zusammen geknüllter Brief.
Ein Messdiener nahm den Brief aus dem Mund und las stückweise den Zettel vor: "...benötigen wir eure Hilfe und bitten um Aufnahme in das Bündnis um Stabilität in den Süden Thamors zu bringen, wo ein neues Königreich prächtig gedeiht.".
"Und die uneingeladenen Diener dieses Königreichs sind wir!", schrie einer der Ritter, dessen Rüüstung mit dem Blut von Sklaven beschmiert einen roten Glanz hatte: "Jeder ist hier eingeladen und wir sind nichts zu euch als ein Haufen Dreck! Dieser Botschafter und sein Land sind Verräter am Süden Thamors, genauso wie Tara Qrijiram. Ihr seid unehrbare Bastarde, welche nur nach dem eigenen Wohl streben auf Kosten der anderen Völker! Noch strahlt ihr, aber diese Lande werden brennen und ihr werdet erfahren, was es bedeutet gegen wahre Größe zu stehen.
Brennt den Tempel nieder folgt unseren Göttern und wir werden euch nur als Sklaven nehmen! Tötet die Heroldin und den Rat und ihr werdet freie Brüder unseres Volkes sein. Jeder der nicht uns folgt, folgt den falschen Göttern und wer den falschen Göttern folgt, dem sei hiermit der Krieg erklärt!".
In diesem Moment erreichte Shilgaz das Haupttor der weißen Stadt, wo ihn die Wachen rochen bevor sie ihn sahen.
"Komm später wieder kleiner Kerl! Ausschank und Speisung für Pilger und Goblins ist erst heute Abend." stoppte ihn einer der Wächter freundlich, doch er musste erwidern: "Oh, sorry, aber ich versuche gar nicht Essen zu erbetteln. Ich will nur zur Ansprache!". "Dann entschuldigt mich und meine Vermutung! Geht hinein! Vielleicht lässt man euch noch in den Tempel.
Vor dem weißen Hof war das Tor von Paladinen umstellt, welche bereits die Hände an ihren Waffen hatten, falls die Situation eskalieren sollte.
Selbst der geweihte Boden des Tempels verdeutlichte seine Abneigung gegen diese Gäste, denn die Hufe der Pferde der Ritter dampften faulig vor Hitze durch die ankämpfende Weihung.
Er stieg vom Schwein, packte es am Seil und huschte flink und wendig zwischen den Paladinen und anschließend den Rittern hindurch. Sein plötzliches Auftauchen ließ sogar eines der Streitrösser vor Schock aufbäumen, trotzdem er sich flink wie eine Schlange zu den Stühlen der geladenen Gäste bewegte und direkt auf dem leeren Platz neben Eyna platz fand. Selbst der Platzwart gab es auf und ließ wegen dringlicheren Sachen den kleinen Stinker sitzen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Godrik
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 768
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Mi 1 Apr 2015 - 1:15

Die Menge der Besucher wich eilig zurück, als in ihrer Mitte die engelsgleiche Gestalt der Heroldin landete. Zwei mächtige Schwingen breiteten sich auf dem Rücken der Heroldin aus, deren Gesicht durch eine weiße Kapuze verdeckt war, während ein feuriger Nimbus ihren Kopf umringte. "Ketzerisches Geschwätz ist im heiligen Platz der Iomedae nicht gewünscht! Ihr hättet bei euren verfaulten Göttern bleiben sollen, bevor ihr das Werk der Göttin derart beledigt. Die Fäulnis eurer Gottheit stinkt bis zum Himmel hinauf!"; waren Aliyas Worte als sie ein lautes Zischen zu hören war, das daher kam, dass sie sowohl dem Pferd als auch dem ungebetenen Gast mit einem Schlag mit dem heiligen Schwert den Kopf abschlug und dabei das böse Blut verdampfen ließ. "Ihr hättet zu Sarenrae gehen können...sie hat ein großes Herz und gibt selbst Sündern wie euch noch eine zweite Chance! Nicht aber die rechtschaffene Iomedae!", sprach Aliya, während sie begann die großen Taten der Iomedae zu rezitieren. Die Pferde begannen laut zu wiehern, als ihre Hufe auf dem heiligen Boden in Anwesenheit der Heroldin zu Schmelzen begannen. "Bereut nun für eure Sünden Unschuldige umgebracht zu haben und Iomedaes Heiligtum mit ihrem Blut befleckt zu haben! Durch und durch verwerflich!", verkündete Aliya, bevor im nächsten Augenblick zwei Feuersäulen aus heiligen Flammen auf die verbliebenen beiden Reiter niederschossen. Die Heroldin statuierte ein wahres Exempel, auf dass der korrumpierte Abschaum sich nicht noch einmal auch nur in Sichtweite der weißen Stadt trauen würde.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://legendsofirathar.forumieren.com
Bestie von Argh
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 786
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Mi 1 Apr 2015 - 13:32

Nicht einmal ein Staubkorn war von den Reitern übrig geblieben. Der Rat war sich schnell einig und so wurde die Ansprache verschoben und aus der Veranstaltung eine Heerschau. Es war verwunderlich, aber tatsächlich versprachen die meisten Gäste sofort Truppen zur Unterstützung auszusenden um diesen Krieg im Keim zu ersticken.
Der Süden war bekannt für die Völker der Kriegsgötter, welche sich vor hundert Jahren geeint und bisher sich friedlich verhalten hatten. Ihre Größe war dem neuen Bündnis überlegen und das alte Bündnis war vergleichsweise verschwindend klein.
Die militärische Stärke des Feindes war unbekannt, doch Waldläufer wachten über die Grenze und gaben jederzeit Bericht über grenznahe Aktivitäten der Unbekannten.
Es wurde auch eine Vorhut gebildet und Anwesende gesucht, die sofort bereit waren sich dieser anzuschließen.
Talevs  Bitten wurden nicht angehört und sein Versuch seinen Brief und das Buch abzugeben scheiterten beinahe. Ein Diener des Tempels nahm es schließlich an, aber vergewisserte Talev, dass es wohl in nächster Zeit keine Möglichkeit gäbe, dass die Heroldin dafür Zeit hätte.
Eyna sah im Aufruf zur Vorhut ihre Chance und meldete sich als eine der ersten Freiwilligen neben den Paladinen und Rittern des Tempels. Fünfzehntausend Mann kamen in nur einem Tag zusammen, wobei auch Shilgaz dazu zählte, da er beim Aufruf gestreckt hatte, jedoch weniger Interesse am Krieg als an der Platzierung des Klos gehabt hatte. Nur eine halbe Stunde später hatten er und sein Schwein eine Rüstung aus Mithril an und in seinen Händen ein Mithrilschild und einen Speer.
Immerhin war der Gambeson darunter komfortabler als das ruppige Stück Leinen welches bisher seine Blößen bedeckt hatte.
Für Talev wirkte die Vorhut als günstige Möglichkeit sicher zurück in den Süden zu kommen, weshalb auch er mit Mithrilkettenhemd und langem Speer bewaffnet mit seinem Pferd in der Vorhut mit ritt. Eyna nahm ebenfalls eines der hochwertigen Kettenhemden und ihr Pferd bekam eine leichte Rüstung und zwei große Köcher mit speziellen Pfeilen aus heiligem kalten Eisen. Ihre Waffen behielt sie, doch bei einem Kurzschwert aus elysianischer Bronze, was alle Leutnants bekamen, sagte auch sie nicht nein. Mehrere Abteilungen aus Elfen, Zwergen, Menschen, Halblingen und einem Goblin ritten schließlich aus. Shilgaz war im Versorgungstrupp, während Talev und Eyna in der Spähgruppe der Vorhut ihren Platz fanden, wobei Eyna als erfahrene Kämpferin lediglich den Hauptmann über sich und fünfzig Reiter, darunter Talev unter ihrem Befehl hatte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Godrik
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 768
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Mi 1 Apr 2015 - 15:16

Während im Hof verkündet wurde, dass die Ansprache für den heutigen Tag abgesagt war, kehrte die Heroldin in den Tempel zurück. Obwohl soeben ketzerischer Abschaum durch das Schwert getötet worden war, war das Schwert immer noch so sauber, als wäre es frisch gereinigt worden. Aliya verabschiedete sich von den Ratsmitgliedern, bevor sie in den inneren Bereich des Tempels ging, in dem nur die Heroldin und die ranghöchsten Priester Zugang hatten. Manche der Mönche hatten im Gebetssaal bereits damit begonnen, die Göttin um einen schnellen Sieg zu bitten, damit Keresgarth von einer Zerstörung wie vor 500 Jahren verschont blieb.
Die Heroldin hatte jedoch etwas anderes zu tun. Sie betrat das Allerheiligste des Tempels, das nur allein die Heroldin betreten durfte. Sie legte das heilige Schwert ab und kniete vor dem heiligen Symbol der Iomedae nieder. "Iomedae, Göttin der Gerechtigkeit und Ehre! Ihr habt gesehen welch niedere, degenerierten Kreaturen heute Euren Namen, Eure Heroldin und die vereinten Völker von Juvarth auf unverzeihliche Weise beschmutzt haben. Sie haben nicht davor zurückgeschreckt im heiligen Platz vor Eurem Tempel das Volk gegen Euch aufzubringen und dafür zu werben sich ihren niederen Gottheiten zuzuwenden. Wer weiß wieviele diesen verwerflichen Worten nachfolgen wollen oder ihnen vielleicht schon längst nachfolgen. Daher bitte ich Euch: Sprecht ein rasches Urteil, auf dass diese Brut Euren Namen und Eure Diener nicht noch einmal derart verunglimpfen mögen! Zeigt den Ungläubigen Euren rechtschaffenen Zorn!", sprach Aliya im Gebet zu ihrer Göttin.
Das Gebet der Heroldin blieb nicht ohne Antwort: Noch am selben Tag gingen alle, die sich den dämonischen Kriegsgöttern zuwandten und sich innerhalb von Juvarth oder den Bündnislanden aufhielten, in heiligen Flammen auf und brannten solange, bis nichs als gereinigte Asche von ihnen übrig blieb.


Zuletzt von Godrik am Mi 1 Apr 2015 - 23:11 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://legendsofirathar.forumieren.com
Bestie von Argh
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 786
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Mi 1 Apr 2015 - 23:03

Neben der Vorhut ritten auch die Inquisitoren aus um Späher und Spione ausfindig zu machen und auszumerzen. Selbst in der Hauptstadt hatten sich noch einige Verräter und Anhänger versteckt gehalten, indem sie sich mit Kleidung gekleidet hatten, welche mit einem Extrakt aus Engelshaut behandelt worden war, weshalb sie vom heiligen Feuer verschont worden waren.
Wo auch immer die Inquisitoren und Paladine einen Dämonenanbeter fanden wurden sie vor die Städte und Dörfer getrieben und an Pfähle gebunden, bevor die Kleidung von den Verdammten abgezogen wurde und sofort heiliges Feuer vom Himmel ihre Körper zu Asche verwandelte.
Auch die schwarzen Engel wurden ausgesandt. Diese Assassinen dienten Iomaede und infiltrierten Kulte und Truppen von Ketzern, Heretikern und Dämonenliebhabern, wobei ihre Tödlichkeit sie zu einer Legende machte. Lediglich der Rat und die Heroldin wussten von der Existenz dieser Truppe, welche für sonstige Freunde und Feinde nichts mehr als eine Legende waren.

Am zweiten Tag nach der geplanten Ansprache bereiteten mehrere Anhänger des neuen Feindes in einer Höhle unweit von Brunnthal ihren Aufbruch vor, nachdem die drei Reiter nicht zurückgekehrt waren. "Los, mach die Pferde bereit du Nichtsnutz!", brüllte der Anführer der kleinen Gruppe. Er trug mehrere Symbole der Kriegsgötter auf seinem Körper und zahlreiche Narben zogen sich durch seine Muskeln. Jetzt bevor sie zurückkehrten zogen sie ihre Rüstungen wieder an und bereiteten sich auf den Durchbruch der Grenze vor. Der junge Akolyt ging nach draußen.
Es regnete. Die Pferde waren ausgesprochen ruhig und alles was man hörte war das ruhige Platschen der Regentropfen.
Nach einer Weile bekam der Anführer einen Wutanfall, da der Akolyt wieder so langsam war und brüllte: "Wo bleiben die Pferde? Hat jemand Grond am Hintereingang der Höhle Bescheid gegeben?" "Dort kommt er doch!", brüllte einer der Veteranen zurück.
Tatsächlich trat jemand aus den Schatten des Hintereingangs hervor, doch Grond hatte zwar zwei Hornansätze, doch Elfenohren hatte er keine.
Das Metall der Pfeilspitze leuchtete grell auf: "Für Iomaede! Ihr elenden Kriegstreiber!". Der Pfeil durchschlug den Anführer, worauf dieser direkt in Flammen aufging und zwei weitere Soldaten noch im Sitzen erschossen wurden.
Ein Tiefling packte noch sein Langschwert doch ein Wurfmesser drang durch seinen Schädel bevor ein Halbling zwischen seinen Beinen durchschlitterte und einem weiteren der finsteren Söldner die Bänder in den Beinen durchtrennte und sie ihr Leben durch einen Elfensäbel verloren. Die restlichen Männer waren so überwältigt, dass sie zur Höhle hinaus flohen und den Akolyten tot neben den zerteilten Schattenrössern fanden. Worauf ein Mensch mit einem Bastardschwert von Oberhalb der Höhle in ihre Mitte sprang und sie mit einem Rundumschlag hinrichtete.
Keiner entkam lebend, so war das Urteil der Diener der Iomaede.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Godrik
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 768
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Mi 1 Apr 2015 - 23:36

Es dauerte nicht lange, da hatte die Nachricht von dem was sich in der weißen Stadt zugetragen hatte auch den Sarenrae-Großtempel in Thaleris erreicht. Wie schon die Heroldin in der weißen Stadt, entsandte auch der Hohepriester von Thaleris die Inquisitoren und Ermittler, um alle verdeckten Dämonenanbeter in Horengar ausfindig zu machen. Lange musste er nicht warten - schon bereits am zweiten Tag konnten die ersten Dämonenanbeter, die ihre Fehler nicht einsahen und nicht bereit waren Buße zu tun, auf den Scheiterhaufen gebracht werden, auf dem sie sofort vom heiligen Feuer der Iomedae verbrannt wurden, sobald ihnen die schützende Engelsblut-Kleidung entfernt wurde. Teilweise vollführten die Priesterinnen und Priester der Sarenrae das Urteil gegen die dämonischen Akolyten auch durch Enthaupten mit den aufflammenden, heiligen Krummsäbeln oder die Verschwörer wurden bereits bei ihrer Verhaftung getötet, weil sie Gegenwehr leisteten.
Alle Länder des neuen Bündnisses waren in Aufruhr als von einem Tag auf den anderen im gesamten Gebiet die Zahl der Hinrichtungen von null auf eine große Anzahl geradezu explodierte. Niemand hatte geahnt, dass die Gesellschaft doch derart von den Anhängern dämonischer Gottheiten unterwandert war.

Derweil kehrte der Botschafter und seine Stahlgolemwache aus Tara Qrijiram in aller Eile zurück in sein Heimatland um der Versammlung der Magier Bericht zu erstatten über die Ereignisse, die sich in Juvarth ereignet hatten. Schließlich waren sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für die Magier relevant, die dem Rakshasa Milazar große Teile seines Herrschaftsgebiets abgerungen hatten. Die einstigen Städte der Menschenhändler waren daher nur noch ein Schatten ihrer selbst und nicht mehr weit davon entfernt endgültig von Tara Qrijiram erobert zu werden. Den Golems der Magier hatten die Piraten schließlich kaum etwas entgegenzusetzen. Lediglich die Macht des Rakshasas hatte bisher verhindern können, dass Tyri eingenommen wurde.


Zuletzt von Godrik am So 12 Apr 2015 - 16:50 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://legendsofirathar.forumieren.com
Bestie von Argh
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 786
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   So 12 Apr 2015 - 15:46

Die Drohungen der Botschafter aus dem Süden waren wahr gewesen.
Gigantische Truppenverbände machten sich bereit loszuziehen. Zeichen und Brandmarken von Gorum und anderen Kriegsgöttern waren zu sehen und verzogene abartige Waffen trugen sie in ihren Händen. Über die Hälfte der Truppen bestand aus Tieflingen, welche in den letzten Jahrhunderten seit dem Magierturmvorfall wie Pilze aus dem Boden geschossen waren. Einige wenige Truppen hatten eine einheitliche Uniform und trugen Waffen und Rüstungen von einem unbekannten Unterstützer.
Die Berichte der Waldläufer wurden spärlicher und schließlich zogen sich die Waldläufer von der Grenze zum neuen Königreich zurück und zogen nach Südvaisy, da alle Wege über Land bereits versperrt waren. Die Länder des neuen Bündnisses hatten ihre Grenzen nun bereits befestigt und zahlreiche Truppen stationiert, welche jedoch beim ersten Angriff hinweggefegt würden, wenn ihnen niemand zur Hilfe eilte.
Schließlich ritt die Vorhut aus und und zog in den Süden gegen das Meer um dort auf Schiffe zu wechseln und in Angar an Land zu gehen. Doch der erste Schritt schwere Teil war nun vor ihnen. Es gab zwar kleine Pfade inzwischen durch Narwesa, aber mit etwa fünfzehntausend Mann war es doch ein langwieriges Unterfangen. Es war immer noch ein wilder Wald, da die Waldgoblins selbst nur dreißig Prozent des Waldes sicher beherrschten.
Der anführende Hauptmann war Seren Wildblatt, wie von seinem Namen zu hören ein Elf und wie die meisten seiner Art mit Magie und Waffen gleichermaßen versiert. Er war blond, hatte giftgrüne Augen und war der Urenkel von Arina Huredwrith. Er trug niemals eine Rüstung und seine Waffen waren langer Speer, ein Langbogen und eine Peitsche, welche er stets am Gürtel trug.
Als sie halb durch den Wald waren begann es zu regnen und ihre Sicht wurde bedrückend schlecht. Ein regelrechter Sturm rauschte durch den Dschungel und ihr Vorankommen war fast vollständig zum Stillstand verkommen. Der Boden wurde schrecklich matschig und ihre Pferde versanken auf halbe Beinlänge im Schlamm. Lediglich Shilgaz konnte vergnügt weiter reiten, da die Füße eines Schweines für dieses Wetter wie gemacht waren. Plötzlich wurde es wieder hell und die Sonne brach durch als ein Aufschrei den meisten das Blut in den Adern gefrieren ließ: "Trolle!".
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Godrik
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 768
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   So 19 Apr 2015 - 0:18

Während sich die Armee aus Juvarth noch auf der Hinreise befand, kundschafteten kleine Spähtrupps aus Zentauren, die sich zu Gorum bekehrt hatten, den Weg für die großen Armeen der Tieflinge aus. Aufgrund der Nähe der großen Steppe zu Marqash, war das Katzenvolk die ersten, die die mit den Tieflingen verbündeten Zentauren zu Gesicht bekamen. Sämtliche Grenzdörfer, die nicht befestigt waren wurden kurzerhand überfallen und geplündert, doch hatte das Katzenvolk genug vorgesorgt um die kleinen Zentaurengruppen in mehreren Scharmützeln zu zerstreuen.
Es dauerte gar nicht lange, da bekamen die Menschen in Vaisy auch die ersten Zentaurenspäher zu Gesicht, deren Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit den Großteil der menschlichen Truppen übertraf.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://legendsofirathar.forumieren.com
Bestie von Argh
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 786
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Mo 20 Apr 2015 - 17:19

Aus den Bäumen rund um die in langem Konvoi daher schreitende Vorhut kamen die etwa drei Meter hohen Trolle hervor, ihre Körper mit Moos und Flechten bewachsen und mit groben Feuersteinspeeren in ihren Händen. Der Weg voraus war frei, doch durch die Form des Konvois hätte kaum jemand überlebt.
Eyna packte ihren Bogen und rannte in Richtung des Aufschreis, da ihr Pferd in dem schlammigen Boden noch langsamer war. "Bleib stehen! Du kannst ihnen nicht helfen! Das sind Waldtrolle! Wir müssen uns erst sammeln!", rief ihr Seren noch hinterher: "Sammeln! Das ist ein Befehl!". Eyna ignorierte ihn und zog mit ihrer Hand den ersten Pfeil aus dem Köcher. Die Reiter hatten sich bereits zu Fuß in kleinen Trupps gesammelt und einige Karren als ineffektive Barrikaden gegen die Trolle umgeworfen. Trotz der hervorragenden Rüstungen der Ritter wurde einer von der puren Wucht eines Trollspeeres zu Boden geworfen und festgenagelt. Ihren Bogen spannte Eyna in einer fließenden Bewegung als sie den ersten Troll erblickte und setzte den Pfeil direkt durch den Hals des Ungetüms.
Der Troll brüllte und stürmte auf sie zu. Der Pfeil hatte ihn durchbohrt, doch hatte er keinen Schaden angerichtet und die Wunde war sofort mit dem Pfeil verwachsen. Selbst der zweite und dritte Pfeil die innerhalb einer Sekunde folgten richteten keinen Schaden an und machten den Troll nur wilder.
Eyna zog ihr Schwert und erstarrte für den Bruchteil einer Sekunde. In der Spiegelung ihrer Klinge hatte sie ein weit größeres Wesen hinter sich gesehen und rollte sich rasch seitlich ab und entging so den Füßen als es nach einem Sprung landete. Ein Schrei donnerte durch den Wald und die Trolle flohen in die Tiefen des Waldes. Das neue Ungetüm hinterher.
Eynas Verstand schnappte erst wieder ein als Seren sie an der Schulter packte und sie mit scharfen Worten in den Versorgungstrupp versetzte.
Shilgaz war ausgesprochen fröhlich seinen ehemaligen Sitznachbarn erneut neben sich zu haben und begann Geschichten zu erzählen ohne jemals zu einem Ende zu kommen. Eyna hingegen hörte ihm einfach nicht zu, nahm sich drei neue Pfeile und dachte über das grauhaarige Wesen nach, welches die Trolle vertrieben hatte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Godrik
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 768
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Do 23 Apr 2015 - 0:02

Im Versorgungstrupp befanden sich neben dem kleinen Goblin mit seiner Reitsau und Eyna auch ein paar Priesterinnen und Priester aus dem Sarenraetempel in Thaleris. Sie machten sich sofort nützlich nach der Trollattacke. Während der Tross allmählich wieder in Marsch kam, kümmerten sich die Priesterinnen mit ihren Heilungszaubern in einem improvisierten Feldlazarett auf einem der Karren um die Verletzten. Dem Karren liefen ein paar Wachen sowie auch einige Fanatiker voraus, die Ikonen der Göttin mit sich trugen und laut Lobeshymnen an Sarenrae sangen. Unter sie hatten sich auch noch einige andere Fanatiker gemischt, die laute Gebete an Iomedae sprachen in der Hoffnung vor weiteren Trollattacken beschützt zu werden. Manche wünschten sich gar die Heroldin wäre persönlich vor Ort um dem Tross ein sicheres Geleit zu gewährleisten.
Manche der Fanatiker starrten Shilgaz verwundert an. Sie fragten sich was ein kleiner Goblin und eine Sau im Versorgungstrupp bei den Verwundeten zu suchen hatte. "Für welche Art von Heilung seid Ihr zuständig, wenn man fragen darf?", fragte einer derjenigen, die eine göttliche Ikone mit sich führten. "Wie ein Priester der Sarenrae oder Iomedae seht ihr nämlich wahrlich nicht aus!? Habt ihr euch womöglich in der Abteilung geirrt?"
"Vielleicht ist es ein Spion der Kriegstreiber! Wir müssen auf der Hut sein!", rief jemand aus der Masse der religiösen Fanatiker. "Er hat keinen Waldgoblinschwanz! Vielleicht ist er ein Spion der Hobgoblins oder der Orks! Den Grünhäuten traue ich alles zu!", rief jemand anderes.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://legendsofirathar.forumieren.com
Bestie von Argh
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 786
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   So 26 Apr 2015 - 22:23

Die Anfeindungen liefen an Shilgaz Haut herab wie Regentropfen auf einem Regenschirm: Nichts konnte das Innere erreichen. Er hatte zwar größte Lust ihnen Fetzge an den Hals zu jagen, aber innerlich dachte er nur etwas mit Hintern und daran vorbei gehen.
Nachdem er einmal versucht hatte auf einen der Sanitätswagen aufzuspringen um zu helfen wurde er mit Eyna an das Trossende geschickt, wo sie dem Tross hinterher stiefelten. Es regnete im Laufe des Tages noch ein- zweimal, doch ansonsten gab es bis zum Hafen keine Unannehmlichkeiten.
Auf dem Wasser über den Horizont verteilt konnte man eine Blockade aus Kriegsschiffen sehen, welche den Hafen absperrten und keinen durchließen. Ein Eskortschiff der Hobgoblins lag im Hafen mit schweren Schäden, während rund herum die kleine Hafenstadt Elbstein am Ufer zu Narwesa befestigt wurde, da man mit einem Angriff rechnete. Nur etwa zehntausend Einwohner fasste Elbstein und mit den nun eintreffenden Truppen war die Stadt mehr als nur Überbelastet.
Von den fünfzig Hobgoblins, welche das Eskortschiff als Besatzung hatte, waren lediglich um die zwanzig noch am Leben und der Rest zumindest leicht verletzt.
Man rechnete jeden Moment mit einem Angriff von Seiten der Kriegsstämme und die gesamte Nacht blieb Eyna wach in der Baracke in der sie mit dem Goblin untergebracht worden war. Sie konnte nicht schlafen und zog schließlich das Kettenhemd aus, schnappte ihre Waffen, gurtete sie fest und schlich sich nach draußen. Lediglich Fetzge hatte sie nicht bemerkt, wie sie still in der Ecke gelegen hatte und kaum war Eyna draußen sprang der Goblin auf und folgte ihr im Waffenrock auf leisen Sohlen.
Talev wässerte sein Pferd als er ein Ruderboot auf dem Wasser ausmachte, wovon er nicht wusste, dass es Eyna und der Goblin waren. Eyna hatte Shilgaz nur allzu schnell bemerkt und schließlich einfach mitgenommen, da sie eh jemanden gebraucht hätte um im Ruderboot zu warten. Auf die letzten hundert Meter glitt Eyna ins Wasser und erreichte tauchend einen der Zerstörer der Kriegsstämme.
In diesem Moment ging überall das Licht in Elbstein an und Fackeln wurden in der ganzen Stadt entfacht.
Sofort gingen alle Schiffe in Bereitschaft und beide Seiten richteten ihre Aufmerksamkeit dem kleinen Ruderboot in dem der kleine Goblin mit seiner Katze saß.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Godrik
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 768
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Sa 2 Mai 2015 - 0:15

Kaum, dass Alarm geschlagen worden war, konnte man auch schon die religiösen Fanatiker umherirren sehen. Während manche in aller Eile einen Weihrauchkessel befüllten, anzündeten und dann den Hafen auf und ab gingen, knieten sich andere vor den improvisierten Altar auf dem Marktplatz nieder, auf dem goldene Ikonen der Heroldin Aliya und der Göttin Iomedae selbst standen. Ein anderer übereifriger Prediger eilte mit geweihtem Wasser in den Hafen und rannte an den ankernden Schiffen entlang um alle Schiffe mit dem geweihten Wasser bestreuen zu können, bevor sie den Hafen verlassen würden.
Manche Bewohner von Elbstein schauten verwirrt aus ihren Fenstern. Zwar waren die Religionen seit hunderten von Jahren wieder erlaubt und akzeptiert, doch mit derartigen fanatischen Gläubigen hatten die Bewohner von Elbstein noch keine Erfahrungen gemacht.

"Seht ! Der feige Goblin wollte sich dem Feind anschließen! Ich hatte also doch recht! Er ist ein Spion!", rief der selbe Ikonenträger, der auch schon einige Stunden früher beim Marsch durch Narwesa Shilgaz beleidigt hatte. Der Mann nahm einen der Steine, die auf dem Boden lagen und warf ihn nach dem Goblin, doch plumpste der Stein harmlos ins Wasser ohne auch nur annähernd das Ruderboot zu erreichen.


Zuletzt von Godrik am Sa 2 Mai 2015 - 14:56 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://legendsofirathar.forumieren.com
Bestie von Argh
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 786
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Sa 2 Mai 2015 - 11:50

"Sheron! Die Stadt ist in Aufruhr!", weckte ein Mann des Kriegerstamms den Aufseher über die Flotte der Kriegerstämme. Die Kapitäne der zahlreichen Schiffe waren bereits auf ihren Posten und Ballisten und Bogenschützen richteten sich bereits in Richtung des Dorfes und des Ruderbootes aus.
Der Schein von mehreren Spiegellampen erhellten das kleine Boot und Shilgaz Knie begannen zu zittern.
"Da will wohl jemand Spiele mit mir spielen!", sprach Sheron gelangweilt und stand auf, nahm seinen Stab aus schwarzem Eisenholz und trat aus der Kajüte. Alles war hell erleuchtet und niemand bemerkte Eyna, welche zum Heck des nächsten Schiffes getaucht war und flink wie eine Katze hinaufgeklettert war.
"Was die nur wollen!?! Hier bricht keiner aus! Dieser Goblin mit dem Ruderboot hielt sich wohl für besonders schlau!", sprach eine der Bootswachen und blickte herüber zu seinem Kameraden, welcher exakt in diesem Moment tot zu Boden fiel und die Bootswache selbst kam nicht mehr dazu Alarm zu schreien, bevor sie von hinten gepackt und mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten wurde.
Eine Patrouille hatte ein dumpfes Geräusch gehört und suchte nach dem Ursprung als ihr in Windeseile Eyna entgegen kam und bevor die drei Männer in Bereitschaft waren, hatte ihr Schwert ihre Schädel gespalten und somit ihre Leben gefordert. Ein alter erfahrener Krieger hatte sie jedoch bemerkt und sich ihr mit seiner großen Axt in den Weg geworfen, doch ihren ersten Angriff erwartend blockte er einen Angriff der nie kommen sollte und das Schwert das er erwartet hatte fiel zu Boden. Zwei Klingen von einem Paar Wakizashis bohrten sich durch seinen Körper und Eyna setzte ihren Weg fort. Sie packte ihr Schwert, sprang zurück in die Schatten und der nächste Krieger war kaum um die Ecke gesprungen als sein Schädel vom eisenverstärkten Handschuh Eynas eingeschlagen wurde. Der Kapitän wartete auf die Rückkehr seiner Krieger und wartete bereits mit gezogenem Schwert als Eyna durch die Tür sprang zur Seite abrollte und eine kleine Wolke aus rasiermesserscharfen Wurfsternen auf den Kapitän schoss. Er wirbelte sein Schwert herum um diese abzuwehren und er bemerkte zu spät, dass dies nur die Finte gewesen war. Ihr Schwert drang durch eine Schwachstelle in seiner Rüstung und durchstieß sein Herz.
Sie öffnete die Tür zu den Sklavenruderbänken und stieg herab. Es stank erbärmlich. Etwa fünfzig Sklaven saßen in den Ruderbänken und ein Wärter lief zwischen ihnen hindurch und quälte sie mit einer Peitsche. Eyna hatte die Kapitänsuniform angezogen und gab den Befehl mit aller Kraft vorwärts zu fahren. Sofort trieb der Wärter die Sklaven an und das Schiff nahm fahrt auf.
Eyna ging zurück nach oben zum Steuerrad und steuerte auf den Kreuzer von Sheron zu, welcher deutlich als das Kommandoschiff gekennzeichnet war.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Godrik
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 768
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Mo 4 Mai 2015 - 15:08

Die Bewohner schauten gespannt aus ihren Fenstern auf das kleine Ruderboot, in dem der einsame Goblin saß, zwischen Hafen und feindlicher Flotte. Viele wunderten sich schon was der kleine Goblin vorhatte, dass er sich zutraute sich im Alleingang der Blockade zu stellen. Während alle gebannt auf den Goblin schauten, richteten die Wachmannschaften auf der Hafenmauer bereits die Kanonen aus, um das Feuer auf die feindliche Flotte zu eröffnen, sollten sich die Gegner trauen in die Reichweite der Kanonen vorzurudern.
Ein gut gebauter Zwerg lief bereits mit dem Luntenstock zwischen den Kanonen auf und ab und wartete nur darauf , dass die Flotte der aus dem Nirgendwo aufgetauchten Kriegerstämme in Reichweite kam. "Traut euch nur her ihr Schmelzhirne! Es wird mir ein Vergnügen sein euch beim Absinken zuzusehen!", schrie der Zwerg über die Steinmauer hinweg, sodass man ihn im ganzen Hafen gut hören und vermutlich auch noch in der Bucht vernehmen konnte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://legendsofirathar.forumieren.com
Bestie von Argh
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 786
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Di 5 Mai 2015 - 22:46

Sheron ließ die große Ballista auf die kleine Nussschale ausrichten und gab den Feuerbefehl. Die gesamte Mannschaft blickte gespannt auf das kleine Boot und Sheron blieb der Atem stehen als er den Zerstörer mit Rammsporn vorraus auf sich zuschießen sah. "Was ist das jetzt!?", brüllte Sheron und ein grelles Licht aus seinem Stab erhellte die See: "Ist denn einer meiner Kapitäne völlig durchgedreht!". Er murmelte eine Inkantation und seine Stimme erschallte neben Eyna: "Ihr wahnsinniger seid auf falschem Kurs! Dreht sofort ab!"
Nur einen Moment später kam der Aufschrei: "Ballista bereit!" als der Zerstörer ungebremst in den Kreuzer rammte und Fässer, Taue und Kisten wild durch die Luft flogen. Auch der Bolzen der Ballista schlug kurz vor Shilgaz ins Wasser und zahlreiche Soldaten wurden über Bord geschleudert.
Sheron richtete sich auf und fluchte. Er hatte seine Kapitäne selbst Hand erlesen und auf ihre große Loyalität getestet.
Es war Chaos an Bord und viele Soldaten versuchten ihre Kameraden zu retten, während Eyna in der Kapitänskluft unangetastet auf Sheron zu lief. Er gab Befehle, doch diese gingen fast ausnahmslos in den Massen unter und nur drei Mann hielten an und blickten auf Eyna die langsam aber stetig dem Quartett näher kam.
Shilgaz hatte die Zeit genutzt und sich mit Fetzge ins Wasser geworfen und schwamm mit seiner Katze auf dem Bauch zu Sherons Schiff.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Godrik
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 768
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Mi 6 Mai 2015 - 0:14

Verwirrt schaute der Zwerg und die Wachmannschaft auf der Mauer zu, wie das feindliche Schiff mit voller Fahrt in das Kommandoschiff hineinfuhr und einen großen Schaden zufügte. Das Zerbersten des Holzes war fast bis zur Mauer zu hören, als der Hauptmast des Kommandoschiffes den Schäden nachgab und umkippte. Holzspäne, Holzplanken, Ballisten, Schilde, Waffen und Besatzungsmitglieder fielen in das Meer durch den Aufprall. Manche Besatzungsmitglieder waren von großen Holzsplittern getroffen worden und trieben tot im Wasser, sodass eine Meeresschlange auf die beiden Schiffe aufmerksam wurde, als sie im Wasser das Blut roch. In dem Chaos, dass das Rammmanöver ausgelöst hatte, bemerkte aber gar niemand die große Meeresschlange, die unter dem Meeresspiegel in die Richtung der beiden verkeilten Schiffe schwamm.
Derweil applaudierte der Zwerg auf der Mauer demjenigen, wer auch immer dieses Chaos angerichtet hatte. "Ich wusste gar nicht, dass wir einen der Kapitäne bestochen hätten?", fragte er sich verwirrt.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://legendsofirathar.forumieren.com
Bestie von Argh
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 786
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Mi 6 Mai 2015 - 21:22

Der Erste der sich ihr mit ausgestreckter Waffe entgegenstellte war Garo. Ein über zwei Meter großer Mensch mit Muskeln wie ein kräftiges Tier und einem Speer, den niemand sonst von Sherons Männern benutzen konnte.
Eyna zog langsam und unbeirrt den Kapitänsmantel ab und hielt ihn in ihrer linken Hand. Genau dann als Garo ihr den Speer durch den Leib stoßen wollte warf sie ihm den Mantel ins Gesicht, tauchte unter dem Stoß hindurch und zertrümmerte mit einem Schlag seinen Kehlkopf.
Die anderen beiden wollten sie gemeinsam überwältigen, doch Sheron stoppte sie und magische Funken begannen zu blitzen, während er begann drakonische Worte zu sprechen. Das nasse Klatschen einer zusammengeknüllten Unterhose in seinem Gesicht brachte ihn aus der Konezntration. Er blickte rasch in die Richtung des Angriffs und sah eine erbärmliche kleine Katze auf dem Deck sitzen und zwei Hände, welche zitternd mit letzter Kraft sich versuchten nach oben zu ziehen.
Es war Shilgaz der splitterfasernackt sich vor Sheron und seinen beiden Leibwächtern aufbaute und rief: "Die Dame gehört zu mir! Und jeder der ihr an den Schlüpfer will muss erst an mir vorbei!".
Die Panik auf dem Schiff endete abrupt. Niemand rannte mehr verwirrt herum und alle sahen auf den Goblin. Niemand konnte den eigenen Ohren und Augen bei diesem Anblick trauen.
Sheron kochte vor Wut, während langsam die Unterhose sein Gesicht herabrutschte. "Für diese Schande wirst du sterben!", sprach Sheron laut und sein Stab vibrierte vor Macht, doch er hörte den singenden Ton einer Klinge fuhr herum und der Stab entlud sich nur um Haaresbreite bevor Eynas Klinge ihn erreicht hätte.
Eyna wurde durch die Luft geschleudert und landete hart in einem Stapel Schiffstau. Sheron, den Goblin ignorierend kam auf sie zu. Er musste über die Körper seiner beiden Leibwächter klettern, die beide in lebensbedrohlichen Wunden vor ihm lagen und stapfte rasch auf Eyna zu.
Er erblickte sie mit schweren Verbrennungen an vereinzelten Stellen und einigen blutenden Wunden. Sie keuchte schwer, während giftig grünes Blut ihren Körper herab floss. Sie wischte sich Blut aus dem Gesicht und eine hauchdünne Maske löste sich.
Sheron stolperte zurück und blcikte sie starr an als Eyna tief einatmete und ihm zielgenau ins Gesicht spuckte. Das Kreischen des Heerführers war erbärmlich, während sich das Gift durch seine Augen arbeitete. Eine goldene Iris in schwarzen Augäpfeln in einem von feinsten Schuppen schimmernden Gesicht. Blitzschnell hatte sie wieder die hautenge Maske übergezogen und leckte mit ihrer gespaltenen Schlangenzunge ihr Schwert ab. Es hatte sich mit großem Abstand eine Traube von Menschen um sie gebildet, welche von dem kurzen Anblick zitterten.
Drei Männer hatten Shilgaz mit Fetzge in eine Ecke getrieben und Shilgaz sah sich hilflos um:
"Nie steht die Natur einem bei wenn man sie braucht!"
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Godrik
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 768
Anmeldedatum : 16.09.13

BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   Sa 30 Mai 2015 - 15:03

Gerade als Shilgaz ausgesprochen hatte, war hinter ihm lautes Geschrei der schwimmenden Matrosen zu hören. Den drei Männern, die Shilgaz eingekesselt hatten, spritzte kalte Gischt ins Gesicht und eines Wesen erhob sich vor ihren Augen aus dem Wasser. Der abgebissene Arm einer ihrer Kameraden fiel ihnen vor die Füße, sodass sie ihren Blick unweigerlich auf das Wesen richteten, dass soeben aus dem Wasser aufgetaucht war und sie mit blutverschmiertem Gesicht anschaute. Beim Betrachten der Meeresschlange entpuppte sich das Monster als ein junger Seedrake, der wohl Appetit gefunden hatte an treibenden Matrosen. Gierig schaute der Drake die Matrosen an, während er seinen ersten Fang soeben verschluckte.
Von den Schuppen des Draken tropfte das Meerwasser herab, sodass manche Tropfen auf Shilgaz Kopf auftrafen. Nachdem der Drake geschluckt hatte, öffnete er sein Maul und eine Blitzkugel schoss aus seinem Mund. Die Kugel sprang zwischen den Matrosen umher und verpasste ihnen einen elektrischen Schock, der sie paralysierte.

Der Zwerg auf der Mauer duckte sich instinktiv als er den Seedraken erblickte. "Grundgütiger! Wo kommt dieses Schlangenmonster her?!", fragte er erschrocken und ließ sofort eine Kanone in Richtung der Kreatur richten, falls sie es sich überlegen sollte auch im Hafen nach Beute zu suchen. Die Fanatiker im Hafen fingen beim Anblick des Meeresungeheuers erst recht an zu beten.


Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://legendsofirathar.forumieren.com
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: 1.Kapitel - Die weiße Stadt   

Nach oben Nach unten
 
1.Kapitel - Die weiße Stadt
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Legends of Irathar :: Neue Feinde - Alte Freunde 1.Buch-
Gehe zu: