Legends of Irathar

Mysterien und Legenden von Irathar
 
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 4.2.Im Herzen der weißen Stadt

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Godrik
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BeitragThema: Re: 4.2.Im Herzen der weißen Stadt   Do 8 Sep 2016 - 22:37

Margarete verstand noch nicht ganz wer das schon wieder sein sollte. In keinen ihrer Aufzeichnungen hatte sie je von einem Damius gelesen. Der alte Mann dagegen zeigte mit einer Handbewegung, dass die ganze Aufregung eigentlich nicht nötig war. "Es ist alles nichts als ein großes Missverständnis! Das Buch ist wirklich von mir - ich trage es schon mit mir seit meinen Jugendsünden. Eine religiöse Schrift über den Prinzen der Finsternis, den Schlüssel zum Gefängnis von Rovagug, Beschwörungen von Teufeln und dergleichen. Aber keine Sorgen, Herr Yurin, ich habe dem Prinzen keine Gefolgschaft mehr geschworen. Ich habe zu neuem Glauben gefunden und mein neuer Herr Abadar unterscheidet nicht zwischen Gut und Böse! Nur das Recht und die Zivilisation, daher studiere ich alle rechtschaffenen Götter. Ich habe auch eine Schrift der Iomedae bei mir. Es sollte noch in meiner Reisetasche sein, die mir abgenommen wurde! Wenn die junge Frau kurz einen Blick hineinwirft kann sie sicherlich meine ehrlichen Absicht bestätigen", erklärte Damius. Margarete stand da wie vom Blitz getroffen - hastig wühlte sie in der Reisetasche herum und fand noch allerlei andere Sachen. Sie fand ein Buch über die Taten der Iomedae auf ihrem Pfad zur Göttlichkeit und ein Bildnis eines Adlers mit zwei Köpfen. Beschämt schaute die Inquisitorin um sich und wäre am liebsten im Boden versunken.
"Ihr dürft nicht die Welt in Schwarz und Weiß einteilen, Schwester! In Zeiten wie diesen wenn die Chaoten sich mit Lamashtus Kreationen und Baphomet zusammenrotten, müssen wir rechtschaffenen Gläubigen doch zusammenhalten und die Ordnung verteidigen!", hielt der alte Mann eine kurze Predigt für die Inquisitorin. "Macht euch keine Sorgen um meine Begleiter, mit solchen hirnlosen Flagellanten werden sie schon fertig werden. Sie sollten eigentlich jeden Moment hier eintreffen, es ist schließlich auch schon wieder Zeit für meine Medizin", klärte Damius die Bekannten von Numsgil auf.
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Bestie von Argh
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BeitragThema: Re: 4.2.Im Herzen der weißen Stadt   Fr 9 Sep 2016 - 21:12

Rukkus schloss das Buch wieder und ließ es in den Käfig fallen: "Das kannst du wieder haben! Das Schlimmste was da drin steht ist nicht mal genug um ein vollwertiger Schüler eines Beschwörers zu werden!". Dann sprang er vom Käfig wieder herunter und zerschmetterte mit einem einzigen Schlag das Schloss, welches Damius bisher noch im Käfig gehalten hatte. Doch bevor Damius aus dem Käfig konnte trat Balthor an ihn heran und ein goldenes Licht schien als er Damius berührte und mehrere feine Runen ein Muster an Handgelenke und Herz von Damius abzeichneten. "Keine Sorge!", sprach Balthor und nickte anerkennend: "Solltet ihr uns in den Rücken fallen ist das unsere Lebensversicherung!".
Yurin beschwichtigte die Inquisitorin und fragte sie: "Wenn das nun geklärt ist, könnt ihr uns bitte sagen wer der Stellvertreter von Heroldin Aliya ist?".
"Zum Beispiel ich!", hörte man eine Frauenstimme im Eingang zum Hof des Heiligtums: "Ich habe den Tumult gehört und bin eiligst herbei geeilt!". "Arina Huredwrith! Die Vertreterin der Elfen im Völkerrat von Keresgarth. Sehr erfreut!", sprach Yurin und verneigte sich kurz. Arinas Vertrauter Hishirell saß auf ihrer Schulter mit einem kleinen Bogen in der Hand, während Arina ihren Bogen bereits abgesenkt hatte. Fünf Pfeile steckten in ihrem Gürtel und weitere zwei Dutzend in ihrem Köcher und ein bedrückendes Gefühl von Unglück ging von ihr aus. "Baba Yaga ruft uns zum Krieg und wir müssen die Truppen mobilisieren!", stellte Arina fest und befahl ihrem Adjutanten: "Sammelt den Rat und sendet Reiter zu allen Verbündeten! Diesmal wird sich der Krieg nicht wie vor fünftausend Jahren wiederholen!".
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Godrik
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BeitragThema: Re: 4.2.Im Herzen der weißen Stadt   Di 13 Sep 2016 - 16:22

"Baba Yaga? Ich dachte wir sind im Krieg mit den Kriegerstämmen, Tiermenschen und Bestien aus dem Süden?" fragte Margarete. "Welche Truppen?", fragte dagegen ein Mönch. "Der Tempel ist wie leergefegt. Wir können unmöglich in die Schlacht ziehen. Ohne die Führung der Paladine wird das Heer von Keresgarth sich weigern zu marschieren! Dessen bin ich gewiss - erst Recht ohne Führung der Heroldin. Das gilt als schlechtes Omen wenn wir ohne göttlichen Beistand kämpfen sollen", erklärte der Mönch. Die Flagellanten und Fanatiker vor dem Tor zum Hof des Heiligtums brachen dagegen in Klagegesänge und wilden Tumult aus, kaum, dass sie den Namen Baba Yaga gehört hatten.
Bei den Worten des Mönchs spitzte dagegen Damius die Ohren. "Nun, ich und meine Begleiter könnten vielleicht eine Armee beisteuern. Wenn es darum geht die Zivilisation vor dem Chaos zu schützen, werden wir kämpfen bis zum letzten Mann! Auch ohne göttlichen Beistand von Iomedae!"; schlug Damius vor. "Ihr könntet aber natürlich auch mit Abadars Segen kämpfen, falls das die Keresgarthischen Truppen beruhigt - zumindest bis die Heroldin zurück ist."
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Bestie von Argh
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BeitragThema: Re: 4.2.Im Herzen der weißen Stadt   Mi 14 Sep 2016 - 23:14

"Was für eine Armee, Damius Chytrys? Könnt ihr eure Idee etwas expliziter unterbreiten?", sprach Yurin interessiert und zog ein riesiges Buch unter seiner weiten Kleidung hervor: "Ich versuche derzeit mein Wissen über Baba Yaga ein wenig auszudehnen.". Er blätterte rasend schnell einige Seiten durch und kommentierte: "Scheint nicht allzu bedrohlich zu sein! Jedoch durchaus fähig als Einzelperson. Zyrak hat sie einmal schwer verwundet. Beachtlich, der Junge...". Viele Worte über die Geschichte der letzten fünfhundert Jahre liefen rasend schnell über seine Lippen, während er blitzschnell durch das Buch blätterte als würde er nur eine Stelle suchen, doch die raschen Erkenntnisse bewiesen den tatsächlichen Lesevorgang. Arinas Leibwache entspannte sich nun auf ein Handzeichen ihrer Herrin und einzig Hishirell, der kleine Vertraute auf ihrer Schulter, hielt den Bogen weiterhin in Bereitschaft. Der heilige Schild der Stadt begann zu flackern und sein goldener Schein wurde sichtbar als die ersten unheilvollen Schneeflocken vom Himmel fielen.
"Ich werde die Gefangenen mit Rukkus aufsuchen!", sprach Ben Kalesh und nach einem kurzen Nicken von Yurin waren beide auch schon in einem kurzen Lichtblitz verschwunden. Balthor blieb an Yurins Seite und Brevor war bereits in der Menge der Fanatiker verschwunden und eilte leise aus der Stadt heraus. Er war sehr unauffällig für einen Weltenwanderer. Lediglich ein filigranes Langschwert verbarg sich unter seinem langen Mantel. Draußen außerhalb des Bannkreises der Stadt lagen bereits einige Zentimeter Schnee. Die Dörfer waren vor der Kälte ebenfalls geschützt durch die vielen kleinen Schreine, welche das Land seit der Gründung des neuen Keresgarths pflasterten. Brevor zog ein kleines Fernrohr aus einer Gürteltasche und blickte in Richtung Norden. Je weiter man sich an das Nordreich wagte, umso stärker das Unwetter und je höher man blickte umso mehr Schwärme von tierischen und untoten Spionen flogen durch die Höhenwinde. "Yurin, du gerissener Schurke! Wie immer richtig geschätzt!", murmelte Brevor zu sich selbst und machte sich auf zum Grenzpass im ehemaligen Feran. Die erwartete Hauptstrecke von Baba Yagas Armee.
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Godrik
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BeitragThema: Re: 4.2.Im Herzen der weißen Stadt   Sa 17 Sep 2016 - 23:53

"Dieses Ungetüm von Buch tragt Ihr immer mit euch herum?", fragte Viktorija überrascht, als sie aus dem Tempel herauskam. Sie hatte es endlich geschafft sich zu befreien. "Wer seid Ihr überhaupt wenn ich fragen darf?", fügte die Paladinin noch hinzu. Margarete löcherte Viktorija sofort mit Fragen nach dem Verbleib der Heroldin. "Wisst ihr vielleicht genaueres wann sie zurückkommen wird? Mir wird schon ganz bange, wenn ich das Wette betrachte und dabei weiß, dass die Heroldin nicht mit uns ist. Sarenraes wärmende Flamme im Reich der Katzenmenschen ist zu weit weg um uns hier zu schützen, sollte der Schild der Heroldin nachlassen!", bemerkte die Inquisitorin. Dabei entging ihr aber nicht, dass Yurin Baba Yaga als "nicht allzu bedrohlich" bezeichnet hatte.
"Jahrtausende von Geschichtsschreibung berichten nur allzu schreckliches von dieser Legende und ihr sagt sie sei "nicht allzu bedrohlich"? Diese Person, oder was auch immer, vor der der gesamte Kontinent fliehen musste ist nicht "allzu bedrohlich"? Seid Ihr eine Art Gott oder dergleichen, dass Ihr derartige Bemerkungen machen könnt?
Damius hielt derweil Ausschau nach seinen Begleitern, in der Hoffnung, dass sie jeden Moment auftauchen würden. Er fühlte bereits, dass es Zeit wurde für seine Medizin. Er war ja schließlich schon Jahrhunderte alt, da musste man schon besser aufpassen als früher.

Zur selben Zeit war man aber auch im Norden von Thamor nicht untätig. Inmitten von Schneestürmen und starken Winden, hielt Svetlana im Burghof ihrer verlassenen Burgruine die Herrschau für ihre Armee, mit der sie der Legende Baba Yaga erneut zur Seite stehen würde, wie auch schon vor tausenden von Jahren. Gleich mehrere Hundert Barbarenstämme aus dem frostigen Ödland über Horengar waren gekommen um ihr und Baba Yaga die Treue zu schwören. Svetlana, auf einem verblassten Thron aus vergangenen Zeitaltern sitzend, nahm die Treueschwüre der Stammeshäuptlinge ab, die sich in ihrer Burg versammelt hatten. Ein alter Mann in zerrissener Robe stand neben ihr und assistierte ihr bei der Abnahme der Schwüre. Svetlana war mehr als zufrieden. Allein die Stammeskrieger, Yetis und Schneewölfe von Tholga Starkhands Stamm gingen in die Hundert. In ihrer Gesamtheit verstärkten die Barbaren Svetlanas Armee doch immerhin um tausende lebende Kämpfer, die die von der Lichin verabscheuten Paladine der Iomedae nicht mit ihrer Magie einfach bannen könnten. Svetlana war schon voller Vorfreue endlich in die Schlacht zu ziehen und ganz Thamor zu erobern. Selbstverständlich hatte sie aber nicht vergessen, dass sie noch einige Rechnungen offen hatte. Zunächst war da noch ein Magier, dessen Kopf sie gerne auf dem Ende einer Lanzenspitze sehen wollte. Zuallererst war da jedoch auch ein Goblin, dem sie geschworen hatte, ihn in tausende Stücke zu zerreisen und den abscheulichsten Gruftschrecken zum Fressen zu geben.


Zuletzt von Godrik am Di 4 Okt 2016 - 21:40 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Bestie von Argh
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BeitragThema: Re: 4.2.Im Herzen der weißen Stadt   Di 20 Sep 2016 - 18:48

"Baba Yaga ist nicht die erste Frosthexe der ich begegnet bin!", sprach Yurin und setzte fort: "Wir sind Weltenwanderer und Herolde. Wir sind einige wenige der Gotttreuen und wir wurden hierher berufen zum Schutz der gemeinen Völker. Jeder einzelne von uns ist eine Armee oder ein Heer von Spionen. Baba Yagas Armee ist dieses Mal kleiner als im letzten Frostkrieg, aber sie hat dieses Mal auch die Vampirfürsten hinter sich. Die entsandte Vorhut hat sich vor kurzem erst mit den Männern um Numsgil Blog vereint nach einer heftigen Schlacht am Hafen von Elbstein. Doch Numsgil ist nicht mehr auf dieser Welt und ich hoffe er lebt. Ihm verdankt ihr den Ruf nach den Gotttreuen.".

Brevor stapfte weiter durch den Schnee in Richtung Feran. Die Schwertmeister von Feran waren seit jeher gefürchtete Krieger und gehen weiter zurück in den Legenden als Bücher auf Irathar geschrieben wurden. Feran war das Älteste aller Länder der Menschen und ihr Gründer war kein geringerer als der Schwertmeister von Aldori. Kaum hatte es angefangen zu schneien war Feran auch schon in Bereitschaft. Es war nun nur noch eine Provinz des neuen Bündnisses, aber so autonom und schnell im Angesicht von drohendem Bösen, wie seit der alten Zeit. Kampfmagier, Ritter und exzellente Bogenschützen säumten sich an den Grenzfesten und warteten geduldig auf die Untote Schar. Alle sahen sie zum großen Pass, dem einzigen schnellen Weg vom Norden in das neue Bündnis. Brevor begann zu rennen. Seine Schritte wurden schneller und schneller und nach kurzer Zeit hinterließen seine Schritte keine Spuren mehr im Schnee. Die Winde selbst warfen ihn durch die Luft und halfen ihm bei diesem unmöglichen Sprung.
Es geschah wie in den alten Schriften:
"Und als die rasende Vorhut der Frosthexe aus dem Norden den Pass erreichten, nur wenige Stunden nach Ankündigung des untoten Krieges stieß der alte Held vom Himmel herab. Sein Leib von blauem Stoff mit goldenem Saum umhüllt, ohne Rüstung am ganzen Körper, stand seine erhabene Gestalt vor den Gesichtern der untoten Reiter und Hunde. Ihre Fäulnis in den Nasen der Krieger an der Grenze, doch zaghaft im Angesicht des Champions. Sein braunes Haar war hinter dem Kopf geflochten und sein Schwert ruhte in der Scheide. Die edle Klinge vom Schmiedegott selbst geschmiedet und von zahlreichen Göttern gesegnet wartete geduldig auf den ersten Streich. Das Artefakt begann in der Scheide zu beben und es genoss das Gefühl der Kampfeslust.
Die Stimmen der Krieger von Feran begannen sich zu erheben und das Lied vom Helden drang in die Untotenreihen: "Brevor, Brevor von Aldori. Kamst von Fern zu uns herab. Vater unsres Volks und Hüter, schlag des Todes Fratze ab. Werf die Reste dieser Flut tief herab ins Höllengrab!".
Die Untoten am Pass zitterten. Eine Armee geboren ohne Furcht zitterte und lediglich ein einzelner Todesritter preschte heran um den Kopf des Champions zu holen. Ein gleißender Hieb zerteilte Ross und Reiter und entsandte die Seele des Verlorenen in die Tiefen der Abyss. Nicht einmal Asche blieb vom Ritter des Todes. Die Münder der Untoten verzerrten sich in Furcht, doch ihre Leiber folgten ihnen nicht mehr. Schlag um Schlag und Hieb um Hieb versagten Fluch und Tod."
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Bestie von Argh
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BeitragThema: Re: 4.2.Im Herzen der weißen Stadt   Do 22 Sep 2016 - 22:05

Durch die Passage strömten die verzweifelten Untoten und Baba Yagas Speerspitze brach über den Pass herein. Zwei riesige Frostlinnorme brachen durch die engen Felsen, welche den Pass zur linken und rechten abgrenzten und richteten sich um Brevor auf. Ein gleißendes Licht kündigte ihren frostigen Atem an, doch Brevor hatte keine Chance diesem riesigen Angriff auszuweichen. Es dauerte eine ganze Weile bis sich der Atem der kolossalen schlangenartigen Drachen gelegt hatte. Niemand war sichtbar in dem riesigen Feld aus eisigem Tod, doch als sich der letzte Frosthauch verzogen hatte, stand er regungslos da. Ein goldener Schimmer lag auf Brevor und uralte Runen des Schutzes waren über seinen Körper verteilt. Mit einem einzelnen Tritt katapultierte er sich in die Luft und rammte seine Klinge durch den Schädel des Größeren von beiden Linnormen. Er nutzte das Momentum des Falles und warf sich gegen die Kehle des Zweiten und streckte ihn nieder. Als die beiden Linnorme starben konnte man die Symbole ihres Fluches in den frostigen Winden aufsteigen sehen, doch zerbarsten sie wie sprödes Holz unter einem Hammer an seiner göttlichen Aura.
Da lagen die beiden Kolosse aus Baba Yagas Stall vor einem Krieger weit älter als die Mehrheit der Einwohner von Irathar und doch so unscheinbar. Er steckte sein Schwert wieder fort und lief hoch auf den zertrümmerten Weg des Passes. Dort setzte er sich hin und blickte auf den nun wie leergefegten Pass. Man konnte das fliehende Trampeln der Untoten Armee hören und die Angstschreie der Ghule. Sollten sie nicht mehr über diesen Hauptpass kommen, so war den Menschen mindestens eine Woche Zeit geschenkt worden. Er hatte nicht einmal bemerkt in seiner Konzentration auf die Untoten, dass sich die Menschen aus Feran bereits hinter ihm fast stapelten. Sie waren erstaunt ihren legendären Gründervater zu sehen und Jubel brach aus und erfüllte Berge und Täler mit der Freude über die Rückkehr ihres allerersten Champions.
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Godrik
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BeitragThema: Re: 4.2.Im Herzen der weißen Stadt   Do 22 Sep 2016 - 23:34

Die Schwurstunde in Nordfrost wurde aber jäh von einem gigantischen Schwarm aus Riesenfledermäusen unterbrochen, die um die Türme der verlassenen Burg kreisten und deren Flügelschläge nicht zu überhören waren. Während manche der Barbaren bei diesem Anblick vor Furcht zusammenzuckten, verzog Svetlana bloß die Augenbrauen und verdrehte die Augen.
"Vlad? Sie ist angekommen fürchte ich. Man kann den Gestank dieser Vampire bis auf 20 Meilen riechen. Hätte ich nicht Befehle von Baba Yaga, würde ich diese blutsaugende Schnepfe nicht nur einmal pfählen!", entgegnete der weibliche Lich genervt. Der alte Mann in der löchrigen Kutte schwieg zu Svetlanas Worten, während Vlad, der mittlerweile fast nur noch aus Knochen und verfaultem Muskelgewebe bestand, zustimmend mit den Kiefern klapperte. Die Knochenbrüche, die ein gewisser Goblin vor langer Zeit verursacht hatte, waren auch jetzt noch zu sehen.
Es dauerte nicht lange und Gordanas Vampirarmee traf in Nordfrost ein. Die knöchernen Grabwächter Svetlanas präsentierten sich in Formation mit Turmschild und Lanze als die Generäle und Offiziere der Vampirarmee als Erste durch das Tor in den Burghof geritten kamen. Die Schönheit, die schon Bekanntschaft mit Godrik bei der Seeschlacht von Elbstein gemacht hatte, ritt an der Spitze dieser Armee aus zahlreichen Vampiren und Dhampiren. Sie trug einen blutroten Harnisch, der aus längst vergangenen Zeiten zu stammen schien. Selbst dem Pferd sah man an, dass es kein gewöhnliches Pferd aus der Welt der Lebenden sein konnte. Nach den Offizieren traf nun auch das Fußvolk ein: Hunderte Dhampire und Vampire in schwarzen, schweren Rüstungen mit Schild und Lanze oder auch mit Zweihändern schritten im Gleichschritt durch das Tor von Nordfrost. Svetlana gab sich aber nicht gerade beeindruckt.
"Ist das alles was du hast, Gordana? Ich hatte ja gedacht, die Vampirfürsten haben mehr zu bieten. Ich hatte auf mehr Monster getippt. Mit dem Haufen den ihr da Armee nennt, schüchtert ihr sicher keine Heroldin der Iomedae ein", lästerte der Lich zur Begrüßung des unbeliebten Besuches.
"Du sahst auch schon besser aus. So faltig - dir ist dein letzter Schönheitsschlaf wohl nicht gut  bekommen, was? Ist dein Phylacter etwa angeknackst?", erwiderte Gordana die Schönheit. An der Atmosphäre war deutlich zu spüren, dass diesese Bündnis nicht freiwillig zustande gekommen war.
"Du bist schon ziemlich einfältig, wenn du denkst Fürst Imra würde mir unsere besten Truppen zur Verfügung stellen um einem Lich beizustehen. Du kannst Baba Yaga danken, dass ich deinen Phylacter in diesem Moment nicht zertrete!"; entgegnete Gordana zurück. Mit einem Blick zu den Barbaren lächelte Gordana Svetlana dann aber doch zu.
"Oh wie schön. Ihr habt sogar an Wegzehrung für unsere Armee gedacht. Das hätte ich euch nicht zugetraut, Lich!", kicherte die Vampirin beherzt. Den Barbaren war aber überhaupt nicht zum Lachen zumute Angesicht zu Angesicht mit den spitzzahnigen Vampiren.

"DEN Gotttreuen? Ihr redet ja gerade so als wären wir Priester und Mönche, die wir hier versammelt sind, alle gottlose Sodomiten und Ketzer! Ich weiß zwar nicht was ein Weltenwanderer sein soll, aber ihr müsst schon sehr von euch überzeugt sein, wenn ihr euch zumutet alle Völker Irathars gleichzeitig schützen zu können!", entgegnete Margarete von Gimmlershofe voller Inbrunst in ihrer Brust. Viktorija die Gesegnete fuhr aber mit einer Frage an Yurin zwischen die flammende Rede, die die Inquisitorin in diesem Moment halten wollte.
"Nicht die erste? Heißt das es gibt noch mehr solche Hexen mit einer Macht wie Baba Yaga? Andererseits...wenn sie nicht die erste für euch ist, heißt das dann auch, dass ihr diesen Krieg mit den Untoten beenden könnt, bevor er überhaupt los geht? Könntet ihr der Hexe nicht jetzt sofort den Kopf abschlagen und das vollbringen, was wir die letzten 5000 Jahren nicht geschafft haben?"
"Viktorija seid doch nicht derart naiv! Ihr seid wirklich immer so dermaßen leicht an der Nase herumzuführen! Typisch Bauernkinder!", beschwerte sich die Inquisitorin genervt über eine derart lächerliche Frage.
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BeitragThema: Re: 4.2.Im Herzen der weißen Stadt   Sa 24 Sep 2016 - 22:05

"Andere Hexen auf anderen Welten und manche Welten werden vollständig von diesen Wesen kontrolliert. Nicht alle Welten sind so gut ausgeglichen wie Irathar und wir sind gewöhnlich mit anderen Sachen beschäftigt.", antwortete Yurin und ignorierte die Inquisitorin weitestgehend: "Wir werden Baba Yaga soweit stoppen, wie wir es für nötig erachten. Diese Welt muss ausgeglichen bleiben und somit gesund bleiben. Wir sind nicht wegen Baba Yaga hier, sondern wegen Tessar Thalatel und Jakob Wener. Der letztere versucht vermutlich Tessars Seele zu erwecken und wir wollen keinen Krieg der gewöhnlichen Weltenwanderer auslösen, was die unausweichliche Folge wäre." Yurin blickte Richtung Norden und seufzte: "Ich wünschte wir hätten Zeit, aber vermutlich herrscht dieser gesamte Krieg nur, weil Jakob Wehner die Völker aufgewiegelt hat.".
Balthor gab Damius eine kleine Phiole: "Trink das alter Mann! Es dürfte besser wirken als das Mittel eurer Freunde und auch länger! Bitte nur ein kleiner Schluck einmal im Monat, dann dürfte das Fläschchen für zwei Jahre halten.". Er schaute sich die Mauern der Anlagen an und war doch positiv überrascht was die Völker gemeinsam geschaffen hatten. "Yurin," sprach Balthor: "ich glaube Brevor wird es nicht so lange schaffen, wie geplant! Die Feinde haben mehr Biester und Linnorme gezüchtet als wir es abgeschätzt hatten. Es ist beunruhigend!". Eine kleine schimmernde Kugel schwebte in Balthors offener Hand und ließ ihn die Umgebung seiner Kameraden begutachten. Es beunruhigte beide, dass ihre sonst fast perfekten Schätzungen auf Irathar so abwichen.
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Godrik
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BeitragThema: Re: 4.2.Im Herzen der weißen Stadt   So 25 Sep 2016 - 22:45

"Na dann hoffe ich ihr entledigt euch dieses Jakob Wehners bevor er noch mehr Schaden anrichtet. Diesen Namen höre ich zwar zum ersten Mal, aber hört sich wie jemand an der kein bisschen rechtschaffen ist", bemerkte Viktorija, während Margarete verärgert beschlossen hatte sich anderen Dingen zuzuwenden.
"Oh ich danke vielmals. Was genau ist da drin?", fragte der alte Damius und betrachtete die ihm geschenkte Phiole. In diesem Moment konnte man plötzlich einige schreiende Fanatiker hören, die wie verscheucht durch die Straße rannten. Die Paladine vor dem Tor versperrten mit ihren Lanzen den Eingang, als sich zwei Gestalten dem Tempel näherten.
"Oh das müssten sie sein - wenn Ihr mich einen Moment entschuldigt!", erklärte Damius und schritt zum Tor. Margarete beobachtete das alles missgünstig, sie traute diesem Damius und erst recht seinen Begleitern nicht über den Weg. Allein äußerlich entsprachen sie nicht ihrem Verständnis von rechtschaffenen Personen.
"Schön, dass ihr auch her gefunden habt!", begrüßte Damius erfreut seine Begleiter, die unfreiwillig von ihm getrennt worden waren. "Keine Sorge, der Mob wird so schnell niemanden mehr auf den Scheiterhaufen werfen wollen!", erklärte eine schlanke Halbelfin, deren obere Gesichtshälfte von einer Maske verdeckt wurde und die mehrere Gürtel um ihren Körper trug, an denen allerhand Phiolen mit verschiedenfarbigen Mixturen hingen.
"Ich glaube es ist wieder Zeit für eure Medizin, Damius. Oder habt ihr bereits Hilfe bekommen von den Paladinen?", fragte die Frau. "Nicht direkt von den Paladinen, aber so ähnlich", erklärte Damius und zeigte die geschenkte Phiole. "Das soll anscheinend für 2 Jahre reichen, nicht übel was?", sagte Damius und seine zweite Begleitung nickte anerkennend. Der Mann war komplett in eine schwarze Rüstung gehüllt: eine dämonische Fratze zierte seinen Harnisch, während zwei geschwungene Hörner auf seinem Helm ihn wie einen Bartteufel aussehen ließen. Selbst die Hellebarde in seinen Händen war aus schwarzem Stahl geschmiedet.
"Ich kann schon verstehen, dass sich das einfache Volk vor Marek fürchten kann bei dieser Erscheinung. Aber von einer Inquisitorin hätte ich eigentlich schon mehr erwartet, dass man nicht jedes Buch nach dem Einband beurteilt", richtete sich Damius an Margarete, die den alten Mann am liebsten in den Kerker geworfen hätte, als er auch noch Salz in ihre Wunder streute.

"Wann werden wir Thaleris einnehmen und den Pass sichern? Die Horenganer und Feraner werden den Pass doch mit Sicherheit bis zum letzten Mann verteidigen!", fragte Gordana, nachdem die üblichen Beleidigungen zwischen Vampir und Lich ausgetauscht waren.
"Nicht nötig, die Vorhut von Baba Yaga wird den Pass sicherlich bereits erreicht haben. Thaleris nehme ich an dürfte zu diesem Zeitpunkt nur noch eine leblose Festung toter Menschen sein! Baba Yaga hat gesagt, dass sie den Pass über die Berge nehmen wird. Wir werden unten durch gehen! Das ist auch einer der Gründe warum unsere barbarischen Freunde hier noch keine Ghoule sind. Ihr Häuptling Tholga hat mir von einer Höhle bei Thaleris erzählt, die zu einem Tunnelsystem führt, dass uns ins Herz des Zwergenreiches oder vielleicht sogar direkt nach Keresgarth bringen könnte. Dieses Bündnis der Völker wird sich wünschen nie geboren zu sein, wenn wir sie von oberhalb und unterhalb der Berge angreifen!", erklärte Svetlana. Gordana war aber nicht sehr begeistert, auch wenn es unter den Bergen keine Probleme mit der Sonne oder Ozeanen gab.
"Eine gute Idee, aber ich hasse Zwerge. Und ich hoffe ihr bedenkt, dass unter den Bergen auch andere Wesen leben als nur diese sturen Zwerge. Dort unten leben schließlich auch Völker, die sich vor untoten Armeen nicht unbedingt in die Hosen machen!", gab die Vampirin zu bedenken.
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BeitragThema: Re: 4.2.Im Herzen der weißen Stadt   Do 29 Sep 2016 - 22:13

Ein untoter Reiter erreichte das Anwesen von Svetlana und ritt direkt vor die Tribüne im Burghof, auf der Gordana und Svetlana noch verhandelten: "Ich bringe Kunde von größter Wichtigkeit: Die Lindwürmer wurden niedergestreckt und die Vorhut ist geflohen! Baba Yaga verlangt euren sofortigen Aufmarsch bei den Truppen am großen Pass. Sie verlangt um ein Gespräch mit ihren Heerführern!", erklärte der Späher. Die neuen Späher von Baba Yaga waren alle von finsteren Göttern gesegnet und mit göttlicher Macht versehen. Ihre Unterstützer hatten grandiose Hilfe angeboten.
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